Vor Anker in Portsmouth

Portsmouth, Dominica

16° 58' 60" N, 61° 42' 54" W

Markus

Hallo aus Portsmouth, Dominica (die Insel zwischen Guadeloupe und Martinique), wo wir gestern nach einem entspannten 20 sm Schlag von Les Saintes/Guadeloupe aus angekommen sind. Guadeloupe und insbesondere Les Saintes (eine kleine Inselgruppe südlich der Hauptinsel) hat uns sehr gut gefallen und wir sind direkt eine ganze Woche dort geblieben. Zunächst 2 Nächte vor Anker in Deshaies, dann ein kurzer Zwischenstopp in einer Bucht im Südwesten der Hauptinsel und schliesslich 5 Tage in verschiedenen Ankerbuchten in Les Saintes. Als französisches ýbersee-Department hat Guadeloupe alle Annehmlichkeiten, die man als Urlauber mit Frankreich verbindet, transferiert auf eine tropische Sonneninsel. Allein schon das Einklarieren in Deshaies war ein angenehmer Kontrast zu der Verwaltungsorgie in Antigua: Ganze 10 min. für Ein- und Ausklarieren in einem Abwasch, bei einer Zollbeamtin, die neben Französich perfekt Englisch, Deutsch und Spanisch spricht und das alles für ganze 0 (in Worten: Null) Euro...

Nach 5 Tagen in Les Saintes haben wir uns dann schliesslich doch von Guadeloupe "losgerissen" (wir können uns ja damit trösten, dass wir im März mit Jez und Tab, Freunden aus Australien, nochmal hier sein werden) und sind nach Portsmouth am Nordwestende von Dominica gesegelt. Dominica ist deutlich ärmer und weniger entwickelt als seine französischen Nachbarn, dafür landschaftlich aber wohl eine der reizvollsten Inseln in der Ost-Karibik, mit "echtem" Urwald, der weite Teile der Insel bedeckt und den letzten ýberbleibseln der karibischen Ureinwohner, der "Carib". Hurricane "David" hat Ende der 70er Jahre Dominica voll erwischt und massiv verwüstet. In der jüngeren Vergangenheit gibt es auch immer wieder Hurricane-Schäden, aber die Infrastruktur und Behausung scheint inzwischen etwas robuster zu sein und besser standzuhalten. So ist es vor allem die Ernte (i. W. tropische Früchte), die in den letzten Jahren davon in Mitlleidenschaft gezogen wurde. Heute ist Tourismus die Haupteinnahmequelle für Dominica - interessanter- (und aus Sicht eines Besuchers: erfreulicher-) weise, obwohl es keinerlei Infrastruktur für Massentourismus hat. Der Besucherstrom beschränkt sich daher auf den Segeltourismus und gelegentliche Cruise-Liner, die inzwischen wieder regelmäþiger hier halt machen.

Als einlaufendes Segelboot wird man in Portsmouth sofort von den "Boat-Boys" begrüþt, die einem allerlei Services (von frischem Obst über Fisch bis zu Fluþtouren im Landesinneren und Mietwagenvermittlung) gegen ein aus unserer Sicht sehr angemessenes Entgeld anbieten. In Reise- und Segelführern oft als "Plage" verschrien, fanden wir die Boat-Boys ausgesprochen nett und nützlich. In Portsmouth sind sie zudem gut organisiert (einschl. eines Wachdienstes, der Diesbstähle auf ankernden Booten verhindern soll). Mit Jeffrey, einem "Senior Member" der Boat-Boy Hierarchie, haben wir heute morgen eine Fluþtour den Indian River hinauf gemacht (wer "Pirates of the Caribbean", Teil 2 gesehen hat: das Haus der "alten Hexe" wurde in einem Seitenarm des Indian River gefilmt). Gemeinsam mit den Crews von Sea Bright, Ishani (ein österreichischer Katamaran, den wir in Antigua getroffen hatten) und einem weiteren deutschen Boot hat es grossen Spass gemacht, am frühen morgen den Dschungel-artigen Fluþlauf hinaufzupaddeln. Die Tatsache, dass wir fünf kleine Kinder dabei hatten, hat allerdings spektakuläre "Wildlife" Sichtungen verhindert...

Jetzt planen wir für morgen ein Auto zu mieten, um das Landesinnere etwas zu erkunden, bevor es dann weiter Richtung Süden nach Martinique geht (vorauss. mit einem weiteren Zwischenstopp in Rosseau, im Südwesten von Dominica). Stay tuned...

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